Vergussgerechte Konstruktion ist ein integraler Bestandteil der Produktentwicklung. Sie verbindet Werkstoffkunde, Oberflächentechnik, Bauteilgeometrie und Prozessführung zu einem ganzheitlichen Entwicklungsansatz.
Bauteildesign: Einfluss der Konstruktion auf den Verguss
Ein häufiger Fehler in der Praxis: Die Konstruktion erfolgt zunächst rein funktional, ohne die Vergussanforderungen zu berücksichtigen. Das Bauteildesign beeinflusst jedoch zahlreiche Parameter für den automatisierten Verguss – zum Beispiel die Entlüftung, bei der die Vergussmasse die im Bauteil vorhandene Luft zuverlässig verdrängt, sodass Lufteinschlüsse vermieden werden. Auch die Taktzeiten werden mit optimierten Fließwegen durch das Bauteildesign mitbestimmt.
Ein weiteres Beispiel: Materialien und Oberflächen – etwa Metalle, Kunststoffe, Lacke oder Hilfsstoffe – reagieren unterschiedlich auf Vergussmassen und beeinflussen deren Haftung und Fließverhalten. Auch das Entstehen von Spannungen im späteren Betrieb und damit die Stabilität der Baugruppe über die Lebensdauer hängen von den eingesetzten Substraten ab.
Prozessparameter: Voraussetzungen für eine reibungslose Fertigung
Selbst mit einem konstruktiv gut ausgelegten Bauteil kann der Verguss an seine Grenzen stoßen, wenn die Prozessführung nicht abgestimmt ist. Typische Vergussfehler – Blasenbildung, Rissbildung oder Delamination – entstehen oft nicht im Prozess selbst, sondern durch fehlende Abstimmung zwischen Design und Fertigung.
Konkret müssen unter anderem eventuell nötige Vorbehandlungsschritte wie Reinigung oder Oberflächenaktivierung berücksichtigt werden. Auch Bauteilausrichtung, Vergussreihenfolge, Schichtdicken sowie Aushärtebedingungen sind relevant und tragen mit dem nötigen Know-how zu einer stabilen und reproduzierbaren Elektronikfertigung bei.
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